Wenn Elektriker träumen

– ein Gespräch mit Jürgen Aehle

Wenn Sie öfter am späten Nachmittag auf ein erstes Bier ins NBL einkehren, ist er Ihnen vielleicht schon aufgefallen: Ein Mann mit gegerbtem Gesicht, einer Tasse Kaffee und Zigaretten vor sich am Tresen. Meist schweigsam, manchmal auch redselig. Dieser Mann heißt Jürgen Aehle. Ein Elektriker, Jahrgang 1955 geboren in Zschortau und zuhause in Leipzig, ohne dessen Hilfe der Eckladen und das NBL ziemlich dunkel bleiben würden. Im folgenden Gespräch erzählt Jürgen von der Wendezeit und welcher Traum für ihn im NBL wahr geworden ist.

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Call the doctor

… oder die Langeweile als hinreichender Grund

Eigentlich sollte sich an dieser Stelle ein Interview über generative Musik befinden. Ich hatte vor, mit einem Menschen zu sprechen, der mich schon seit einiger Zeit durch seine Skills in VCV-Rack beeindruckt. Für alle, die nicht wissen, was es mit dieser fancy Tech-Deutsch-Neusprech-Vokabel auf sich hat, sei kurz umrissen, dass es sich um eine Open-Source-Software handelt, die auf einer recht puristischen Oberfläche das unfassbar breite Spektrum modularer Synthesizer-Systeme emuliert, aber das sei nur am Rande erwähnt, ohne der Tiefe von Software und Materie in meinen Erklärungen auch nur annähernd gerecht zu werden.

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EDITORIAL

Liebe Lesegemeinde!

Allerorts begegnet Mensch heutzutage einer umfassenden Rücksichtslosigkeit. Nicht nur auf dem weltpolitischen Parkett, den Kaufhallen und den rechtsfreien Räumen des Internets – Jeder ist sich selbst der nächste und einem nötigen Paradigmenwechsel wird höchstens in den Echokammern wohlhabender Nachbarschaften oder in den Essays belesener Akademiker und Akademikerinnen Rechnung getragen. Aus diesem Grunde sahen wir uns veranlasst, unter der Leitparole »Als gäb’s kein gestern« dem gegenwartsfixierten Habitus einer All-On-Demand-Gesellschaft eine bunte, kritische und dennoch unterhaltsame Ausgabe entgegenzusetzen.

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NO FUTURE REVISITED

» Opa Patzy erzählt vom Krieg «

Irgendwann im Spätsommer vor ein paar Jahren » Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. « stand ich relativ fassungslos vor einem Denkmal in der Innenstadt. Genauer gesagt befand ich mich an der Südseite der beeindruckend repressiven Außenfassade der Mensa an der Karl-Liebknecht-Straße, Höhe Peter-Stein-Weg. Was mich in der Hauptsache irritierte, war die Inschrift oder vielmehr die Implikationen, die sich aus dem feinsinnigen Text ableiteten, der in steinernen Lettern das überwältigend schmucklose Monument Deutscher Geschichte zierte.

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