Reissig und Völker müssen reden (9)

– Die Vermessung der DDR mit einem Zollstock

Für diese Ausgabe ihrer Konversationsreihe trafen sich Rising Reißig (Arzt, 15,1 Sekunden) und Timm Völker (Patient, 15,3 Sekunden) um 8.00 Uhr auf einem Sportplatz im Westen von Leipzig. Ihrer selbst-auferlegten Doktrin folgend, versuchten sie am Thema der Ausgabe dran zu bleiben und eisernen Widerstand gegen den inneren Drang Phantasmagorien zu bilden anzukämpfen. Ob sie diesen Kampf gegen sich selbst bestehen, entnehmen Sie bitte dem folgenden Gesprächsausschnitt:

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Zeit

Z: (selig) Ich habe endlich wieder geträumt …
M: Das ist schön. Ich auch. Ich brauchte aber trotzdem noch nen Stempel. Schier unverschämt für diese Uhrzeit!
Z: Nichts hat sich verändert! Doch! Dennoch – es ist ein schönes Leben. Man darf nicht klagen! Ich klage nicht!

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Laguoile

Kontrolle, Zelte und der ganze Rest

Er hatte das Herz am rechten Fleck, grundsätzlich. Braungebrannt, dreitagebärtig, mit leuchtenden Augen. Leider war er auch uniformiert und mit einem klaren Auftrag am Start. Dafür hasste ich ihn in diesem Moment. » Das können Sie nicht mit in die Kabine nehmen «, sagte er und ließ dabei den beigen Stoffsack zwischen seinen Fingern und vor meinem Gesicht hin und her baumeln.

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Editorial

Liebe lesefähige Gemeinde,

die positive Nachricht vorweg: am 21. dieses Monats werden die Tage wieder kürzer und die Nächte somit länger. Wozu das gut ist? Einerseits ermöglicht es mehr Raum für schuldgefühlfreien Alkoholkonsum in diversen dunklen Kulturkartausen. Andererseits erinnert es sublim an die vermeintlich vermaledeite Tat sache, dass nix und niemand auf dieser Potsdamer Kartoffel – vulgo Erde – unendlich ist.

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