Reissig und Völker müssen reden (11)

Veränderung bewahren

Revolutiönchen und Konservatismus im Garten

Für diese Ausgabe ihrer Konversationsreihe trafen sich Rising Reißig (Arzt, kein alternder Sportlehrer) und Timm Völker (Patient, halluzinierend) in einem Schrebergarten. Ihrer selbstauferlegten Doktrin folgend, versuchten sie, am Thema der Ausgabe dran zu bleiben und mit eisernem Widerstand gegen den inneren Drang, Phantasmagorien zu bilden, anzukämpfen. Ob sie diesen Kampf gegen sich selbst bestehen, entnehmen Sie bitte dem folgenden Gesprächsausschnitt:

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Kein Ort nirgends

oder Picknick am Wegesrand

von Patrice Lipeb

Ich habe das Gefühl, dass sich die Dinge verändern. Alles befindet sich im Bewegung, steht miteinander in Beziehung. Betonkaskaden wuchern hier und dort aus der staubigen Erde und bilden sorgsam möglichst hochpreisigen Wohnraum. Ihre Umrisse und Schatten stehen am Rande meines Horizonts unbeteiligt Spalier – versperren den Blick in Richtung himmelwärts. Draußen in  der Peripherie – weit abseits der urbanen Zentren – vergeht stumm und dumpf die Zeit. Für die ewig Gestrigen dreht sie fix noch eine Ehrenrunde, bleibt verwundert stehen. Luft ist zum Zerreißen gespannt – Wasser neuerdings knapp.

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Stimmt. Vielleicht.

von Michael Fürch und Sebastian Denda

DONNERSTAG, DER 13. MAUES WETTER. DIE NÄCHSTE AUSGABE WIRD VORBEREITET. DER REDAKTION FIEL AUF, DASS SCHON LANGE NICHTS MEHR ZUM THEMA KUNST IM NBL VERÖFFENTLICHT WURDE. WIR LUDEN DESHALB JENE BEIDEN KÜNSTLER, DIE ZULETZT IM NBL AUSGESTELLT HATTEN, ZU EINEM OFFENEN GESPRÄCH IN DAS REDAKTIONSOUTLET M84 EIN.

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Drei Wege zur Wahl

von Timm Völker

Am 1. September ist die Landtagswahl in Sachsen. In der Redaktionssitzung zur vorliegenden Ausgabe wurde durch die Chefredaktion postuliert, dass es unsere journalistische Pflicht ist, die aktuelle politische Lage nicht unkommentiert zu lassen. Nach Konversation über das Für und Wider wurde deutlich, dass die Gesamtsituation nicht rosig aussieht. Ich selbst fuhr im Anschluss mit flauem Magen, aber dem Bedürfnis der obigen Aufforderung nachzukommen, auf dem Fahrrad durch den Wald. Pedalierend kam ich zu dem Schluss, einen möglichst sinnstiftenden und amoralischen Beitrag zu verfassen, indem ich Ihnen, verehrte Leserin und verehrter Leser, Vorschläge unterbreite, wie Sie den Wahlsonntag, 1. September 2019, gestalten können:

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Bericht aus dem Umlagezentrum

Von Schafen, Fassaden und gelassener Fertigkeit

von Michael Fürch

Breitbeinig steht sie da, die Kathedrale, wie man es von ihr erwartet. Direkt daneben wird das altehrwürdige Domhotel weggebolzt und von innen entkernt. Nur die Fassade steht noch, etwas zittrig, muss gestützt werden, wahrscheinlich ist sie denkmalgeschützt, wie gefühlt fast alles hier. Ich war lange nicht mehr in Köln. Es hat sich nicht so viel verändert, wie ich vermutet hatte. Einige kleine Details, klar – Cafés, Geschäfte, Landmarken: weg. Was jedoch gleich ins Auge fällt: Die Menschen sehen anders aus als in Leipzig.

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Endlich erwachsen

endlich entscheiden

von Patrice Lipeb

Ein kalter brauner Hauch weht uns dieser Tage streng ins Gesicht. Einige Wenige bilden das letzte Bollwerk gegen den Faschismus im sächsischen Kern – oder bundesdeutschen Grenzland. »Alles nur eine Frage der Perspektive.« Der Rest wählt CDU oder schlimmer noch AfD. Schauerliche Szenen spielen sich dieser Tage vor unser aller Augen nur zu deutlich ab. Längst vergessene Gespenster, Irrlichter und ewig gleiche Trugbilder längst vergangener Schreckensdekaden paradieren heuer stolz durch die Straßen und betonieren sich in Köpfe derer, die das Herz am rechten Fleck! Wagen wir aufgrund derart trüber Aussichten einen Blick zurück und lassen die Geschichte zu Wort kommen:

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