Interview »Vatermord«

Für diese Ausgabe begab sich Rising Reißig (Arzt und Gastwirt) nicht mit Timm Völker (Musiker und Patient), sondern mit seinem Vater Dieter Reißig (Arzt, Anatom) nach oben im NBL, in sein Studio für Gemütspflege. Auf einem Sofa sitzend fällt es RR und DR unter Abwesenheit von Patienten leicht, gegen Phantasmagorien anzukämpfen.
Später Nachmittag, großer heller Raum, Holzdielung, ein großer alter quadratischer Schreibtisch mit dunklem Linoleum bezogen, Aufkleber »Staatliches Gesundheitswesen der DDR«, im Hintergrund zwei lebensgroße Rollbilder mit »Muskelmännern« aus dem Hygiene-Museum Dresden, darunter eine Liege mit teilweise zu gezogenem Vorhang, ein Bücherregal mit schulmedizinischer und astrologischer Literatur, auch einige Bücher über Yoga und Ayurveda

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Leierei

Ich hatte mich für dieses Heft »Vatermord und Umweltschutz«…

mit meinem Vater unterhalten. Das erschien mir logisch. Im Gespräch kamen wir ziemlich schnell weg vom Thema hin zur erlernten Tätigkeit meines Vaters. Mein Vater erlernte nach seinem Medizinstudium den Beruf des Zergliederungskünstlers, oder griechisch, des Anatomen.

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Aus dem Leben eines Ichs

in Plagwitz – Asozial – Ich tat es für mich

Nachdem ich mich gehen ließ und einen Tag und eine Nacht durch verschiedene soziale Welten driftete und wie schon viele Male vorher massiv überfordert mit den Menschen, die schönen, finsteren und erbärmlichen Seiten meiner Selbst kennenlernte, stand ich reiflich gerädert (ich hatte konsumiert) und mit roten Augen (ich hatte auch geweint) unter der Leucht-Reklame des zukünftigen Konsum im Westwerk zu Plagwitz-Asozial.

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Reissig und Völker müssen reden (9)

– Tote sind keine guten Konsumenten, Teil 2.

Für diese Ausgabe ihrer Konversationsreihe geben Rising Reißig (Arzt und Gastwirt) und Timm Völker (Musiker und Patient) Einblick in die zweite Hälfte ihres Gesprächs der letzten Ausgabe zum Thema » Gestalt und Konsum «. Ihrer selbstauferlegten Doktrin folgend, versuchten sie am Thema der Ausgabe dran zu bleiben und eisernen Widerstand gegen den inneren Drang Phantasmagorien zu bilden anzukämpfen. Ob sie diesen Kampf gegen sich selbst bestehen, entnehmen Sie bitte dem folgenden Gesprächsausschnitt:

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Person(en) im Gleis

Montag, 6. Mai 2019, 08:46 Uhr,
Regionalexpress RE50, Leipzig-Dresden

Ja-ja-ja. Klar. »Stell dich nicht so an, andere machen das auch, seit Jahren und jammern nicht rum.« Blöde Fotze. Du musst ja nicht Stunden im Zug sitzen. Warum hab ich Claudi eigentlich geheiratet? Keine Ahnung. Egal. Drecks-DB. Hier stinkt’s nach Scheiße.

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Tresenbingo

Begib dich an einen Tresen deiner Wahl (Ein Glas Wein/Ein Glas Bier erhältst du als Gewinn jedoch nur in BL/NBL/Subbotnik). Sei aufmerksam! Fällt in deiner unmittelbaren Umgebung eine Aussage aus dem unten stehenden Bingofeld, streiche sie ab. Hast du eine Reihe voll (Eine Reihe = vier Aussagen in einer vertikalen, horizontalen oder diagonalen Linie), hast du gewonnen.

Schätze Dich glücklich und wohl unterhalten!

Schwäbisch in Fraktur

Gedanken vom Ende der Welt

Zu Umweltschutz fällt mir nichts ein!
Zugegeben: Es braucht schon eine gehörige Portion Wohlwollen, um mir ein derart plumpes Wortspiel einfach so durchgehen zu lassen. Wurde hier doch gleich zu Beginn des Artikels, verehrte Bildungsferne, eine aus der Zeit gefallene Polemik, verfasst von Karl Krauss und adressiert an Adolf Hitler, auf das Billigste überspannt und semantisch üppig diffamiert, nur um schlussendlich vor einen fremden Karren gespannt zu werden.

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Editorial Mai

Liebe Menschen,

die Mai-Ausgabe handelt von einem religiösen Thema, dem Vatermord. Das Wort Umweltschutz kam hinzu, weil es irgendwie gut passt. Der Erfinder des Themas wurde in seiner Kindheit durch Kinderbücher mit diesem Gedanken (Vatermord) infiziert. Die Kinderbücher handelten von den griechischen Göttern und Titanen. Warum diese Kindheitserinnerungen wie ein flashback über den Erfinder des Themas hereinbrachen, wird diesmal ohne Völker von zwei Generationen Reißig versucht zu klären, was u.a. bedeutet, dass Reißigs Vater noch lebt.

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