VORSCHAU: Abgehangen

Wenn Ihr, liebe Leserschaft, des weiblichen, männlichen oder was für einem Geschlecht auch immer, die kommende Ausgabe unserer kleinen kulturkritischen Kampfschrift aus dem Plasteaufsteller am Distributionsort eures Vertrauens ­heraus zieht, idealerweise natürlich voll freudiger Neugier und Erregung, dann sollte auch der Frühling als sprichwörtlich blaues Band – und hier ist ausdrücklich nicht das neu-alte Völkischblau gemeint – munter durch die Boulevards des Westens wehen und den allgegenwärtigen Winterschlaf beendet haben. Ab mit alten Bärten! Dumpf abgehangen haben wir zuletzt genug! Stichwort »Bart«: Bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob unser zukünftiger Stadthäuptling Jung oder doch jünger sein wird. Vielleicht ist es inzwischen erste Bürgerpflicht (männlicherseits), auch so eine schicke Schenkelbürste im Gesicht zu tragen wie der selbstbewusste Herausforderer und Proto-Hipster von Scharfrechts, dessen Grinsekatzgesicht uns in den letzten Wochen überall von Propagandastellwänden diabolisch verfolgte. Stichwort »Ego«: Das Ich ist Illusion; das weiß nicht nur Brain-Doc Reißig, das weißt auch Du, lieber Leser und liebe Leserin. Daher überlegen wir, im April mit gutem Beispiel voran zu schreiten und auf diese drei Buchstaben (zur Erinnerung: ICH), gänzlich zu verzichten. Ob es uns gelingt? Bleibt dran und schaltet wieder ein, wenn es heißt: »Draußen nur Kännchen, Schätzchen!«

Die Ausgabe 04/20 erscheint am 1. April 2020. Kein Scherz.