Editorial

Liebe lesefähige Gemeinde,

die positive Nachricht vorweg: am 21. dieses Monats werden die Tage wieder kürzer und die Nächte somit länger. Wozu das gut ist? Einerseits ermöglicht es mehr Raum für schuldgefühlfreien Alkoholkonsum in diversen dunklen Kulturkartausen. Andererseits erinnert es sublim an die vermeintlich vermaledeite Tat sache, dass nix und niemand auf dieser Potsdamer Kartoffel – vulgo Erde – unendlich ist.

Weder Ressourcen in Form von Schweröl, Aufmerksamkeit oder Geduld, noch der schizoide Kulturkonsumkapitalismus oder Tölpel-Trump oder ich oder du. Unendlich ist die Verbratztheit der Humanoiden, nur das ist sicher. (Okay, fest steht vielleicht noch, dass wir auch dieses Jahr das WGT überleben werden.) Leben, generell: Es ist und bleibt ein Tanz auf der Klinge eines Rasiermessers. Zack! Da wären wir schon beim Thema dieser frühsommerlichen Ausgabe: » Zeit & Messer «. Unsere Autoren (und – ach! – leider viel zu wenigen Autorinnen, vgl. Seite 33) umschwirren diese explosive Substantiv-Juxtaposition wie Motten Kerzen beim nächtlichen » SSSS « (Saggsenbrüggen-Singer-Song- writer-Shoot-Out). Werden sie ikarusig in den Flammen verglimmen? Blättert um und findet es heraus, bleibt uns gewogen und zerpflückt weiterhin jeden Tag auf irrestmögliche Weise,

Eure Redaktion